Kompatibilitätsprüfung
Der Kompatibilitätsprüfung geht - wenn möglich - die Untersuchung von Fahrzeugen voraus. Jeder Unfall hinterlässt individuelle Spuren an einem Fahrzeug. Die Sicherung und Bilddokumentation dieser manchmal nur mikroskopisch kleinen Spuren ist die Voraussetzung für eine Kompatibilitätsprüfung.

Wenn die Fahrzeuge nicht mehr verfügbar sind, muss mit Bildern gearbeitet werden. Weil die zur Verfügung gestellten Bilder in der Regel nicht ausreichen, müssen optimal aufgenommene Bilder von Vergleichs-Fahrzeugen hinzugezogen werden. "Mouse over" zeigt die beiden Bilder mit Maßstab oder die jeweils zur Verfügung gestellten Polizeibilder.
Ein gutes Hilfsmittel für die Überprüfung der Schadenkompatibilität und Zuordnung von Kontaktspuren ist die Methode der Bildüberlagerung. Hierzu werden die Bilder von zwei beteiligten Fahrzeugen oder Vergleichsfahrzeugen mit einem Bildbearbeitungsprogramm* auf denselben Abbildungsmaßstab skaliert und einander überlagert. Durch Veränderung der Transparenz des Bildes in der oberen Ebene, wird das darunter liegende Bild mehr oder weniger sichtbar.
In dem dargestellten Beispiel ist eine weitere Stufe mit "Mouse over" sichtbar. Das folgende Bild zeigt Detailbereiche links und rechts in der Überlagerung. Der Löwe des Peugeot hat sich partiell in der Tür des Porsche abgezeichnet. Die senkrechten Kontaktspuren von der Kennzeichenunterlage des Peugeot an der Tür des Porsche lassen erkennen, dass der Porsche nicht - wie angegeben - mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h unterwegs war, sondern eher mit 0 bis 6 km/h.
Selbst wenn es möglich ist, zwei unfallbeschädigte Fahrzeuge gegenüberzustellen, kann erst durch eine Bildüberlagerung die Kompatibilität der Schäden anschaulich dargestellt werden. Das liegt daran, dass man die Kontaktzonen der Fahrzeuge weder sehen noch fotografieren kann, wenn man sie ungefähr in der Kollisionsposition zusammengestellt hat. Eine korrekte Zusammenstellung in der Kollisionsposition ist wegen der unterschiedlichen Elastizitäten der verschiedenen Bauteile in der Regel nicht möglich.

Die Kontaktzonen sind nach der Zusammenstellung (Gegenüberstellung) nicht einsehbar.
Die folgende Flash-Animation zeigt Veränderungen der Transparenz des überlagerten Bildes. Für die seitenrichtige Zuordnung wurde das Bild vom Heck des Skoda horizontal gespiegelt.
Das Detail aus der Bildüberlagerung zeigt die Korrespondenz der Kontaktspur in der Eindrückung des Seitenteils, die der Unterkante der Heckleuchte zuzuordnen ist. Links davon hat sich die hintere Spitze des Seitenteils des Skoda in das Seitenteil des Porsche eingedrückt.
Der Radlauf des Porsche hat sich an der hinteren linken Ecke des Stoßfängers des Skoda abgedrückt. Diese Erstkontaktspur ist zur Bestimmung der relativen Höhenlage zwischen den Fahrzeugen zum Zeitpunkt der Kollision geeignet.
Rechts von der Kontaktspur, die der Heckleuchte zugeordnet werden kann, zeichnet sich die untere Ecke der Heckklappe als Eindrückung mit Kontaktspur im Seitenteil des Porsche ab. Darunter liegt der steife Abschnitt des Stoßfängerträgers im Bereich des rechten Längsträgers des Skoda. Die teilweise gegebene Verschiebung zwischen den einzelnen Spuren resultiert aus der nicht rechtwinkligen Kollisionsposition.
Im unteren Bereich der nach hinten gerichteten Fläche des Stoßfängers des Porsche befinden sich bogenförmige, schwarze Kontaktspuren, die dem linken Hinterrad und dem Radlaufausschnitt des Heckstoßfängers des Porsche zuzuordnen sind.
Aus der Zuordnung der korrespondierenden Kontaktspuren resultiert die relative Kollisionsposition, die unten als Bildüberlagerung dargestellt ist.




